Meine Motivation für Women's Talk

In meiner beruflichen Tätigkeit als Finanzplanerin merke ich oft Folgendes: Viele Frauen verdienen genauso viel Geld wie Männer, sie kümmern sich häufig jedoch deutlich schlechter darum.

 

„Woran liegt das?“, ist die Frage, die ich mir immer wieder stelle. Sicherlich nicht daran, dass Männer die größeren Finanzexperten sind und alle Zusammenhänge sofort verstehen. Tatsächlich stellen Frauen in den Beratungsgesprächen viel mehr Fragen und wollen Zusammenhänge besser verstehen – meiner Meinung nach liegt genau hier das Problem. Denn wen kann man fragen, ohne dass man gleich die komplette Unwissenheit offenbart?

 

„Ich frag da nicht, dann weiß mein Berater gleich, dass ich keine Ahnung habe und nimmt mich nicht mehr ernst“, war die Aussage einer Kundin, die bei mir in der Beratung saß und bei den meisten Finanzprodukten gar nicht wusste, warum sie diese besitzt.

 

„Ich müsste mich echt auch mal um mein Geld und meine Vorsorge kümmern, aber ich kenne mich da einfach nicht aus und bevor ich etwas falsch mache, lasse ich es lieber“, die Begründung einer Freundin, warum sie sich bislang um gar nichts gekümmert hatte.

 

Brauchen Frauen eine besondere Finanzplanung und Beratung?

 

Ich würde sagen, „ja und nein!“

 

Grundsätzlich sollte sich jeder, egal ob Mann oder Frau, um die eigenen Finanzen und rechtliche Themen kümmern. Im Optimalfall geschieht das nicht einfach irgendwie, sondern auf Basis eines gewissen Plans, der zu einem definierten Ziel führen soll. Die Beispiele oben machen jedoch eins deutlich: Frauen brauchen bzw. wünschen sich oft eine viel ausführlichere Beratung, weil sie alles ganz genau verstehen möchten. Im Zweifel tun sie lieber gar nichts, aus Angst, einen „Fehler“ zu machen. Männer hier sind nach meiner Erfahrung oft etwas pragmatischer, möglicherweise auch risikofreudiger (natürlich sind das Verallgemeinerungen, die nicht auf jeden zutreffen).

 

Zusätzlich gilt für Frauen, egal wie emanzipiert, naturgemäß einfach eins: Wir bekommen nach wie vor die Kinder und schränken dann zumindest zeitweise unsere berufliche Tätigkeit ein. Insofern ist eine Planung in Bezug auf den Ruhestand für Frauen oft noch bedeutender als für Männer.

 

Fazit: Viele Themen betreffen Frauen und Männer gleichermaßen. Allerdings unterscheiden sich die Herangehensweise und der Umgang mit manchen Fragestellungen. Es gibt so unglaublich viele Plattformen, in denen Männer sich zu fachlichen Themen austauschen können, warum soll es dann nicht eine für Frauen geben?!

 

Ich hoffe, ich konnte mit diesem kleinen Ausflug in meine praktischen Erfahrungen nochmals verdeutlichen, warum ich „Women’s talk“ für wichtig und sinnvoll erachte und freue mich auf tolle Vorträge, nette Gespräche und viele unterschiedliche Geschichten.